Neuer Standort für altes Denkmal

Kurz nach Ende des 1. Weltkrieges war es ein Bedürfnis der Bewohner des Vielbrunner Weilers Bremhof, ihren gefallenen Söhnen ein Mahnmal zu errichten. Dies sollte alle Bremhöfer an die Schrecken des Krieges und die aus ihrer Mitte gerissenen Einwohner erinnern. Viele Jahre stand dieses Denkmal in der Nähe der Anwesen Rummel / Stier und fristete besonders seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts ein Schattendasein. Die Anlage verkam mehr und mehr. Dies bewog schließlich in den 90er Jahren die Stadtverwaltung Michelstadt eine Versetzung des Mahnmals und Planierung des alten Standorts ins Auge zu fassen. Der städtische Bauhof wurde beauftragt und der Gedenkstein fand einen neuen Platz in einer Ecke des Vielbrunner Friedhofes. Dort erfuhr er jedoch das gleiche Schicksal, wie zuvor auf dem Bremhof. Er wurde vergessen und verschwand unter Büschen und Bäume derart, dass den meisten Vielbrunner Bürgerinnen und Bürgern die Existenz dieses einmaligen Zeitdokumentes gar nicht mehr bewusst war.
Im Jahr 2012 beauftragte der Vielbrunner Ortsbeirat den örtlichen Familienforscher Holger Weber mit der Erstellung einer Liste erhaltenswerter Grabdenkmäler des kommunalen Friedhofs in Vielbrunn. Weber stieß dabei auf das Mahnmal und schlug dem Ortsbeirat vor, einen würdigeren Platz für dieses zu finden. Ortsvorsteher Reinhold Koch unterstütze diese Idee sofort und so wurde die Südseite der alten Aussegnungshalle zum neuen Aufstellungsort bestimmt. Holger Weber erklärte sich bereit, die Umsetzung des Mahnmals in die Wege zu leiten. Dadurch konnte diese für die Stadt Michelstadt kostenneutral gestaltet werden. Mit den Vielbrunner Bürgern Daniel Talmon und Philipp Haas fand Weber zwei Mitstreiter, die ihr handwerkliches Können und ihren Maschinenpark einbrachten. Zunächst wurde der Sockel des Mahnmals ausgegraben, der Beton entfernt und ein neues Fundament vorbereitet. Danach wurde der Stein per Radlader an seinen neuen Platz gebracht und befestigt. Ein besonderes Kleinod der Vielbrunner Geschichte bekam so einen würdigen Standort. Ortsvorsteher Reinhold Koch dankte den drei Beteiligten im Namen aller Vielbrunner Bürgerinnen und Bürger für Ihren Einsatz herzlich.

Das Mahnmal an seinem originalen Standort (um 1920), eingewachsen hinter den Hecken und an seinem jetzigen Standort auf dem Vielbrunner Friedhof. (Repro & Fotos H. Weber)

Das Mahnmal an seinem originalen Standort (um 1920), eingewachsen hinter den Hecken und an seinem jetzigen Standort auf dem Vielbrunner Friedhof. (Repro & Fotos H. Weber)